10 Aug 2006 Umbau P20-S303 auf P4 3,06GHz HT
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Im Grund genommen ist der Toshiba Satellite P20-S303 mit seinem 2,66GHz P4-Desktop-Prozessor schon recht schnell. Doch nun ist die Zeit natuerlich etwas weitergegangen. Und wie immer nach einiger Zeit wird der Rechner gefühlt immer langsamer. Doch deswegen den Rechner direkt austauschen ? Nein, es geht auch anders. Aufrüsten !

Aufrüsten bei einem Notebook ? Nicht jeder traut sich da ran, ich hatte anfangs auch Bedenken, da ich bisher nur in grossen Bigtowers herumgeschraubt habt. Doch es geht ganz einfach. Ich habe daher in diesem Artikel meinen Umbau Schritt für Schritt dokumentiert. Die angegebenen Kosten von insg. ca. 270 Euro für die neue Hardware inkl. Versand beziehen sich auf Mitte Juli 2006 und Bestellung bei Alternate, einem grossen und bekannten Versender in Deutschland.

Die Lieferung erfolgte innerhalb von 48 Stunden vollständig und korrekt.

Zuerst einmal zum definierten Ziel: Wir bauen aus unserem Toshiba Satellite P20-S303 die 2,6 P4-CPU aus und ersetzen Sie mit einer P4-3,06 Northwood CPU. Hierzu passt idealerweise auch direkt eine RAM-Aufrüstung von bisher 512MB auf nun 1GB. Und wie immer der Disclaimer, dass ich keinerlei Garantie übernehme, sollte durch den Umbau irgendetwas kaputt gehen. Ich sehe diese Dokumentation nur als einen Bericht über meinen Einbau. Jeder kann es auf sein eigenes Risiko auch probieren und den gleichen hohen Herzschlag geniessen, wenn man mal wieder mit dem Schraubenzieher abgerutscht ist :-)

So, doch nun soll es losgehen. 

Wie auf dem folgenden Bild sieht mein Arbeitsplatz aus:

  • Intel® Pentium® 4 Processor 3.0GHz (mPGA, “Northwood”) ca. 150 Euro
    hierzu zusaetzlich benötigt

    • Wärmeleitpaste (ich nutze Arctic Silver Silver 5 , ca. 5 Euro)
    • ein paar Schaschlikspiesse zum Verteilen der Paste
  • 2 Stück Kingston ValueRAM SO-DIMM 512 MB DDR-400 (KVR400X64SC3A/512) je ca. 56 Euro
  • Eine handvoll Werkzeug, darunter ein 8er Torx fürs Gehäuse, ein paar Schlitz- und Kreuzschrauber in verschiedenen Größen (damit man nicht so oft aufstehen muss, wenn man auf unbekannte Schraubengrößen treffen sollte)
  • ein Eierbecher (zum Schrauben sammeln)
  • ein Küchentuch (damit das Gehäuse nicht verkratzt)

Das wars eigentlich schon. Die CPU habe ich gewählt, nach ich im Internet diverse Erfahrungsberichte gelesen habe. Die 3,0 CPU scheint ein gelungener Kompromiss zu sein, die schnellere 3,2 Version wird noch wärmer und ist aufgrund des höheren Level2-Chache deutlich teurer als die 3,0 CPU (im Juli 2006 66 Prozent oder 100 Euro). Natürlich ist sie sicher auch schneller, aber die 3.0 CPU bringt schon deutlich was, da sie im Vergleich zur originalen CPU im s303 die HT-Technologie unterstützt, dem Betriebssystem also vorgaukelt, dass sich zwei CPUs im Rechner befinden, was hierauf ausgelegt Software (und das ist heute fast jede) deutliche Leistungssteigerungen entlockt.

Der RAM wurde bewusst in 400 MHz gewählt, da der Bustakt des Prozessor dies auch sauber ansteuern kann. Somit muss man sich nicht mehr an die Betriebsanleitung zu diesem Notebook halten, welches max. 333 MHz vorsieht. 

So, dann wollen wir mal ! Zuerst mal sämtlichen Strom entfernen. Hört sich einfach an, nur sollte man nicht nur den Stecker aus der Wand ziehen, sondern vor allem den Akku entfernen, sonst bringt das alles nämlich garnichts :-)

Als nächstes Küchtuch auslegen und den P20 auf den Rücken legen. Schauen wir uns die Kiste doch mal in Ruhe von unten an:

In diesem Bild liegt unser P20 auf dem Rücken mit der Front zu uns (auf dem Foto) unten. Schön zu sehen der entfernte Akku und die diversen Deckelchen auf der Unterseite, welche mit verschiedenen Schraubentypen gesichert sind. Wie auch bei anderen Elektrogegenständen kann man davon ausgehen, dass alle Klappen mit “normalen” Schrauben wie z.B. der Ram-Deckel mit Kreuzschrauben gesichert sind und Deckel, an die Toshiba gern nur den Techniker lassen würde mit Torx-Schrauben versehen wurden, wie z.B. den grossen Deckel der CPU mit Lüftern.

Ich habe auf obigem Foto mal die hier relevanten Teile beschriftet, damit Ihr schonmal wisst, wo wir gleich ran müssen.

Als erstes kümmern wir uns mal um den Austausch des RAMs.

Hierzu wird die mittlere Klappe geöffnet:

Zum Vorschein kommen leider zwei belegte RAM-Bänke mit jeweils 256MB RAM. Leider deswegen, da man nun gezwungen ist, den RAM komplett zu tauschen und nicht einfach zu ergänzen. Die RAM-Bausteine sind mit seitlichen Haltezungen gesichert, nachdem man beide Laschen zur Seite drückt, springt einem der RAM bereits entgegen. Einfach ausbauen und eine Etage tiefer mit der anderen Bank weitermachen. Nun in gleicher Reihenfolge den neuen RAM einbauen, schraeg von oben einsetzen und beherzt runterdrücken, bis die Haltezungen wieder einrasten.

Das war schon alles, ein auf 1GB RAM aufgerüsteter P20 liegt vor Euch, gerne könnt Ihr auch zwei mal 1GB einbauen um auf 2 GB zu kommen, nur das war mir zu teuer.

Nun wird es spannend. Es geht zur CPU …

Ich habe nach dem RAM-Tausch zuerst einmal einen umfangreichen Test gemacht, um bei einem eventuellen Fehler zu einem späteren Zeitpunkt sicher zu sein, dass es nicht am RAM liegt. Doch nun wollen wir endlich zum Ausbau der CPU schreiten.

Hierzu werden alle Schrauben der Lüfterklappe mit einem 8er Torx-Schraubendreher gelöst und der Deckel abgenommen:

Zum Vorschein kommt vorn die sog. Heatpipe, welche für die Kühlung der CPU zuständig ist. Dahinter liegen die drei Lüfter. Wir finden nun eine ganze Reihe von Schrauben. Zum Ausbau der Heatpipe werden die grün markierten Schrauben komplett gelöst. Diese haben eine Feder um den Druck auf die CPU gleichmässig zu halten. Sind alle grünen Schrauben raus passiert erst einmal nichts. Warum ? Nun, die Heatpipe auf der CPU ist mit Wärmeleitpaste versehen, die übel auf der CPU klebt, nur das Ding muss runter. Und wie ? Mit ein bischen Gewalt. Ich habe hierzu einen breiten Flachschraubendreher genommen und ein bischen gehebelt, irgendwann machte es “Plop” und das Ding war ab:

Auf der CPU kann man noch gut die weissen Reste der alten Wäremleitpaste erkennen.

In diesem Zustand solltet Ihr tunlichst die Heatpipe säubern. Verschmutzungen am Kupfer (meist dicke Staubschichten wie beim Wäschetrockner) sorgen für eine eingeschränkte bis garnicht mehr funktionierende Kühlung. Dies führte bei mir zu regelmäßigen Komplettausfällen und einem dauerhaften Lüfterbetrieb bei voller Leistung.

Doch das Reinigen der Heatpipe ist nicht alles. Auf dem obigen Bild waren auch blaue und rote Punkte. Die blauen Punkte sind winzige Kreuzschrauben, welche nun alle entfernt werden, um die Lüfter freizulegen. Hierbei muss man auch die rot markierte RAM-Schraube etwas lösen, da sich sonst das mittlere Lüftungsgitter nicht anständig lösen lässt.

Nun sind die Lüfter frei zugänglich und können ebenfalls gereinigt werden. Um nun die CPU auszubauen wird die auf diesem Bild blau markierte Schlitzschraube um eine halbe Umdrehung gelöst. Somit ist die Verriegelung aufgehoben und die CPU kann entfernt werden und sichtbar wird der Sockel 478.

Nun geht alles ganz schnell.

Die CPU bekommt eine neue Wärmeleitpaste. Arctic Silver liegt bereits in Spritzenform vor, eine bebilderte Anleitung gibt es auch auf deren Homepage, ich habe einfach die Grösse eines Reiskorns in die Mitte der CPU gegeben und mit den Schaschlikspiessen sauber auf der CPU verteilt.

CPU wird nun eingebaut und die Schraube wieder befestigt. Anschliessend kommt di Heatpipe oben drauf, die mit den gefederten Schrauben sauber auf die neue Wärmeleitpaste gedrückt wird. Die Lüftungsgitter wieder einschrauben, den RAM-Deckel wieder festschrauben, die Abdeckung drauf, Torxschrauben wieder rein und fertig, eben der gleiche Weg zurück, daher habe ich auf Fotos verzichtet.

Nun liegt ein schöner aufgerüsteter P20 vor Euch, der sicher noch einmal ein paar Jahre performant seinen Dienst tut.

Wenn Ihr Fragen habt, schreibt mir einfach eine Mail, ich versuche gerne, Euch zu helfen. Allerdings werkelt der P20 seit fast 2 jahren nur noch im Kinderzeimmer, da ich inzwischen komplett auf Apple Macs umgestiegen bin.

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16 Responses

  1. 1
    kai 

    Guten tag

    mal ne Frage kann man auch die Grafikkarte austauschen? Bis zu welcher CPU kann darin verbaut werden?

  2. Hallo,
    leider habe ich den P20 nach meinem Umbau damals nicht weiter verfolgt. Ich nutze ihn zwar bis heute als Spielrechner für die Kinder, allerdings habe ich nichts mehr dran getan. Stand 2006 ging noch eine Stufe mehr von der CPU, die war mir aber zu teuer. Grafikkarte habe ich nichts mit gemacht. Der Prozessor war simpel, da gesockelt. Du merkst schon, ziemlich schwammige Aussagen, ist leider zu lang her. Viel Glück weiterhin.

    Schöne Grüße,
    Peter

  3. 3
    kai 

    okay. weisst du noch wieviele pins die riegel haben müssen 184 oder 200?!

  4. Es sind 200Pins. Interessanterweise gibts die heute noch nei Alternate zu bestellen unter der gleichen Bestellnr. I9ND2A für EUR 27,49 das Stück, den Prozessor haben sie allerdings nicht mehr.

  5. 5
    Jochen 

    Hallo Peter,

    auch ich hab’ Deinen P20-Bericht gegoogelt – der ist echt gut.

    Ich habe mir die 304er-Variante kürzlich gekauft – die hat ja bereits den P4 3,06GHz drauf.

    Von der techn. Ausstattung reicht mir das P20, da ich darauf nur Office und Web mache.

    Was mich allerdings “stört”, ist dass der P4 ja eigentlich keine Mobile-CPU ist und extrem heizt und viel Strom verbraucht!

    Da ich auf dem Notebook-Sektor absolut neu bin und bis dato nur im Tower “geschraubt” habe, bin ich mir unsicher…ich dachte mir nun, ob ich nicht eine günstige Sockel 478-Mobile-CPU einbauen könnte??

    Oder geht das nicht so ohne Weiteres?

    Denke mir, wenn der Sockel passt, müsste es doch gehen, denn heißer wird ein Core 2 Duo sicher nicht, wie der P4.

    Würde mich sehr über Deine Einschätzung freuen…

    Schöne Grüße

    Der Jochen

  6. Hallo Jochen, leider habe ich keine Idee, ob das funktionieren kann. Ich habe mich damals genau an den Chip-Artikel gehalten und dann ca. ein halbes Jahr später einen Mac gekauft, seitdem habe ich mich nie mehr mit dem Umbau von CPUs auseinander gesetzt. Das Heizen kann ich bestätigen, die Lüfter laufen ständig und zwar richtig laut. Ich habe mehrfach die Lüfter ausgebaut und gereinigt, das ist schon alles nicht ideal. Da gilt wohl nur “Versuch macht klug”. Tut mir sehr leid, dass ich Dir nicht helfen kann. Viel Glück, aber würde mich über Deine Ergebnisse freuen.
    Schoene Gruesse,
    Peter

  7. 7
    Jochen 

    Hallo Peter,

    vielen Dank für Deine Rückmeldung.

    In der Zwischenzeit habe ich versucht, mich etwas weiter zu bilden, was das Thema angeht und bin inzwischen dahin gestoßen, dass vermutlich das BIOS keine Mobile-CPUs unterstützt. Somit wäre vermutlich gutes Geld, schlechtem hinterher geworfen.

    Letztendlich muss ich mich nun zwischen “behalten” und “wieder verkaufen” entscheiden.

    Mal sehen…

    Grüße

    Der Jochen

  8. 8
    Jens Eisenbart 

    Hi, auch ich bin angetan von der detailierten, bebilderten Aufrüstbeschreibung.
    Werde ich demnächst mit nem P4 3,2 oder 3,4 mal umsetzen.
    Meine Frage: Wie rüste ich die Festplatte auf, bzw wie baue ich überhaupt eine ein? Mein Laptop stammt aus einer Justiz-Auktion bei der die Festplatte beschlagnahmt wurde. Ich brauche also ne komplett neue. Hierzu konnte ich bislang keine Anleitung finden. Ist mein erstes Laptop, darum null Plan.

  9. 9
    Jens Eisenbart 

    Evtl. passt ja nach einem Bios Update sogar ein Intel Core 2 Duo für den Sockel 478. Zumindest die ersten ihrer Art.

  10. Die Festplatte müsste von unten leicht zugänglich sein. Das Fach liegt vorne in der Mitte, auf meinem Foto im Bericht zwischen “Ram” und “vorne”, der Bereich mit dem Kreis drauf. Ich habe jetzt allerdings nicht nachgeschaut. Es gibt diverse Platten im Fachhandel, die genauen Spezifikationen müsste ich aber auch googlen oder nochmal in den Tiefen meines Kellers nach dem Handbuch suchen

  11. 11
    Jens Eisenbart 

    Habe heute endlich die Muße gefunden, den CPU Umbau in Angriff zu nehmen. Klappte dank Deiner Anleitung 1A. Ich wusste zwar nicht genau wo ich den Hebel ansetzen soll, um die Heatpipe zu lösen, das ging dann aber ruck zuck. Trotz Verriegelungsschraube hing dann die alte CPU einfach an der Heatpipe dran ;-) ) Die alte Wärmeleitpaste war noch immer “feucht”, also qualitativ sehr gut. Oder der Service war schon mal “dran”. Ich habe jetzt Liquid Pro (flüssiges Metall) testweise verwendet. Meine CPU ist eine P4 3,4 mit 1M Lvl 2 Cache. Mal sehen wie/ob die läuft. Nächste Schritte sind jetzt RAM (2Gb) und am Ende die neue Festplatte. Alles hübsch nacheinander. Um die Vorfreude zu strecken…. Danke nochmal für die Spitzen Anleitung.

  12. 12
    Netbook 

    Schöner ausführlicher Bericht.

    Hat mir sehr geholfen

  13. 13
    Jens Eisenbart 

    Zu früh gefreut. Der P4 3,4 1M wird nicht erkannt. Bios Update (noch) nicht gelungen. Die Versionen (1.2 1.6 und 2.1) auf der Toshiba Seite funktionieren nicht/lassen sich nicht flashen. Ich schnapp mir jetzt testweise aus Sohnemanns PC den P4 3,2 und versuchs damit. Bei ihm dürfte meine 3,4er wohl laufen. Ansonsten klappt alles bestens. Die 160iger Platte wird zwar nur mit 149 GB angegeben. Reicht für meine Zwecke jedoch absolut. Und die 2 GB Ram sind der Hit. Nur mit Win Vista hab ich mir auch zuviel vorgenommen. Es existieren keine Treiber hierfür. Bin also aufs gute alte XP Pro umgestiegen.

  14. 14
    Jens Eisenbart 

    So, Schritt 1 ging glatt. Die 3,4 Ghz CPU wird im PC meines Juniors problemlos erkannt. Somit hab ich mir seine “alte” 3,2er gleich gesichert und muss nicht erst die große verkaufen und ne andere ordern. Jetzt zögere ich noch vor Schritt 2. Wird mein Laptop den 3,2er Prozessor erkennen? Ich habe Bios V1.2 drauf. Im Handbuch steht max die 3,06 Ghz CPU. Wie war das noch bei dir? Wäre da die 3,2 gegangen? Welche Bios Version hast du? Übung macht zwar den Meister – wollte dennoch das Notebook nicht 34mal zerlegen und zusammensetzen ;-)

  15. Danke, dass du dich nochmal gemeldet hast. Ich denke nur, dass Versuch macht klug das einzig mögliche ist. Ich habe mich immer an die 3,06 gehalten, das reichte mir vor vier Jahren noch, wie gesagt, seitdem staubt das Teil im Kinderzimmer…

  16. 16
    Jens Eisenbart 

    Epilog: It works.
    3,2 geht. Puh, endlich mit den angenehmeren Dingen des Lebens beginnen.
    Alles gute von mir.

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