22 Okt 2009 Test: Wacom Bamboo Fun Pen & Touch S
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bamboo3 Den eigenen Computer mit der Maus bedienen kann jeder. Doch sobald man Alternativen sucht, steht man aufgrund der großen Auswahl meist hilflos vor den Regalen eines Elektronikmarktes oder verirrt sich in den Tiefen des Internets.Ein wenig Licht ins Dunkle möchte ich mit der Vorstellung des “Bamboo Fun Pen & Touch S” bringen.

Das Pad der Firma Wacom vereint gleich zwei Funktionen auf einmal, ein Touchpad ähnlich den allgemein bekannten Flächen auf mobilen Rechnern sowie ein Grafiktablett mit Stift. Der Hersteller stellt bereits seit langem Pads her, seit Herbst 2009 ist eine komplett neue Produktlinie in den Verkauf gekommen, die sich deutlich von den Vorgängerversionen unterscheiden.

Übersicht der Modelle der Bamboo-Reihe:
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Pen – Bedienung nur mit Stift (EUR 59,– UVP)
Touch – Bedienung nur mit den Fingern (EUR 69,–)
Pen & Touch – wahlweise Bedienung (EUR 89,–)
Fun – generell Pen & Touch, aber anderes Design (silber), sowie größere Flächen beim M-Modell (derzeit in Größen S (wie vorgenannte Produkte) und M angeboten – EUR 99,- bzw. EUR 199,–)

Die drei erstgenannten Modelle sind vom Design her identisch und unterscheiden sich neben dem Preis natürlich in der Bedienungsart. Die Fun-Modelle bieten neben einer deutlich größeren Fläche ausserdem ein umfangreicheres Softwareangebot.

Meine Entscheidung zum Kauf:
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Vorweg muss ich schicken, dass ich mich sehr für Produkte von Apple interessiere, und daher auch im weiteren Bericht nur über die Einrichtung und Nutzung unter Verwendung eines iMac 24 Zoll schreiben kann. Gerade im Bereich der Nutzung von Trackpads der Macbookreihe oder des iPhones bin ich Multitouch-Gestures gewöhnt und habe diese lieben gelernt. Hierbei handelt es sich um die Möglichkeit, mit mehreren Fingern gleichzeitig auf dem Pad duch bestimmte Gesten Aktionen auszulösen. Die am weitestens verbreitete , und daher bekannteste Geste dürfte wohl das “Pinchen” sein, also das Auseinander- und Zusammenführen von zwei Fingern zum Ein- bzw. Auszoomen aus einem Foto. Nachdem mit diese Funktionen bei einem stationären Modell nicht zur Verfügung stehen, war ich auf der Suche nach einem Touchpad. welches diese Funktionen erfüllt und landete beim Bamboo-Touch. Das schwarze Design der Reihe gefällt auf Anhieb und so sah ich, dass es für nur 10 Euro mehr auch einen Stift dazu gibt. Warum nicht, kann man dann ja einfach mal ausprobieren. Doch als ich dann sah, dass es die Fun-Reihe mit deutlich besserer Software für nur weitere 10 Euro mehr gibt, war es dann soweit. Die Entscheidung war endgültig gefallen, das größere Pad kostet direkt 100 Euro mehr, und das war es mir vorerst nicht wert.

Verpackung / Auspackungszeremonie/Inhalt:
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Applekunden sind ja etwas verwöhnt und auch ein wenig verrückt, wenn man sich beispielsweise auf Youtube anschaut, dass viele sogar Videos davon drehen, wie Sie Ihr Macbook aus der Verpackung ausschälen. Das Bamboo-Tablett kommt in einer schmucken Schachtel, das Auspacken macht Spass, weil alles sauber angeordnet ist. Zuerst findet man das Tablett, dann den gut geschützten Stift, Ersatzspitzen und Wechselwerkzeug sowie eine weitere Schachtel mit CD und Software-Code. Handbücher werden scheinbar überhaupt nicht mehr angeboten, die CD legt man heutzutage ja auch meist beiseite, da die Treiber im Internet immer in der aktuellsten Version vorliegen. Dass jedoch auch die Software (ausser der Treiber) nur online vorliegt, darf gerade Kunden ohne DSL-Leitung den Schweiss auf die Stirn treiben, doch hierzu später mehr.

Das hier vorgestellte Pad wirkt hochwertig, ist schön flach und hat eine bedienbare Fläsche von 125 x 85 mm für Fingergesten (Touch) und 147 x 92 mm für Stiftnutzung (Pen). Ich hätte mir das schwarz der “kleineren” Serie gewünscht aber dies ist sicher Geschmacksache. Auf der rechten Seite befindet sich ein rotes Stofffähnchen ähnlich der Markenbeschriftung einer Jeanshose, die als Stifthalter dient. Das Pad ist für Rechts- und Linkshänder gleichermaßen konzipiert. Die Fotos zeigen die Nutzung als Rechtshänder. Hierbei befinden sich die 4 frei konfigurierbaren Tasten links vom Feld (dies es bei jedem Modell der Reihe gibt, ausser beim “Pen”), sowie das USB-Kabel, welches die Verbindung zum Rechner herstellt geht ebenfalls links aus dem Pad hinaus. Eine Betriebs-LED zeigt in weiss an, wenn das Pad betriebsbereit ist, orange bei Stiftnutzung.
Der Stift besitzt einen Wipp-Taster somit mit zwei Funktionen sowie eine “Radiergummi”-Seite.

Installation der Treiber/Anschluss des Pads:
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Ich entschied mich wie die meisten Kunden zuerst den Treiber aus dem Netz zu laden und dann das Gerät anzustecken. Dies funktionierte völlig problemlos, beim Mac erscheint ein neues “Stifttablett” in den Systemeinstellungen, das wars. Angeschlossen habe ich das Pad an den USB 1.1-Anschluss meiner Tastatur und es funktioniert direkt auf Anhieb ohne jegliche Probleme. Eine separate Stromversorgung oder ein USB 2.0-Anschluss ist somit nicht erforderlich. Meine Maus betreibe ich parallel am Nachbarport, auch dies klappt problemlos (selbst unrealistische Tests wie den Cursor mit dem Stift bewegen und mit der Maustaste klicken).

Erstes Kennenlernen / technische Daten:
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Da liegt es nun vor mir, das “Bamboo Fun pen & Touch S”, schwerer Name für so ein feines Gerät. Die Aussenmaße betragen 248 x 176 x 8,5 mm, das USB-Kabel ist 1,5m lang, bei mir völlig ausreichend aufgrund des USB-Ports in der Tastatur, vielleicht für PC-Nutzer etwas kurz, wenn der Tower unter dem Tisch steht. Touchpads und Grafiktabletts sind mit den Modellen der früheren jahre nicht mehr zu vergleichen. Dies wird am Beispiel des Stifts deutlich. Wurden bei Geräten früherer Generationen in dieser Preisklasse nur zwei Zustände gemessen (Stift ist auf dem Tablett oder nicht) weisst der beigelegte Stift dieses Pads bereits 1024 verschiedene Druckstufen auf. Auch hier gibt es einen versteckten Unterschied zwischen den Modellen der Pen&Touch-Reihe zu den normalen “Pen”. Der kleine Pen hat nur 512 Druckstufen und keine Radierfunktion, doch dies nur am Rande. Das Tablett reagiert auf den Stift auch noch, wenn dieser bis zu einer Höhe von 16mm über das Pad gehalten wird und benötigt keinerlei Batterien. Technisches zum Touchpad wenn von Interesse. Identische Werte bei allen Tabletts dieser Serie: 101,6dpi Auflösung bei einer Genauigkeit von +/- 2 mm “mit die Finger” , 2540dpi mit Genauigkeit +/- 0,25mm bei Stiftnutzung, beim Stift werden 133 Punkte pro Sekunde übertragen, beim Touch 50 Punkte. Das soll es aber erstmal gewesen sein.

Nutzung des Pads:
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Jetzt wird es interessant. Applekunden sind verwöhnt und so wird wild drauf los probiert, was die Finger hergeben. Beginnen wir mit den Touchfunktionen. Multitouch hört sich am Anfang genialer an, als es im Alltag ist, als Einsteiger in Multitouch ist man begeistert, als Appleinsider enttäuscht. Der Grund liegt auf der Hand oder besser den Fingern. Das Touchpad unterstützt aktuell ausschliesslich Multitouch mit zwei Fingern und nicht mit 3 oder 4 Fingern. Dies reicht sicher im Alltag, ist jedoch für Apple-User vorerst eine Umstellung. Jegliche Funktion des Pads ist in den Systemeinstellungen exakt einstellbar. Man kann normal mit dem Finger die Maus bewegen, mit dem Finger einen Klick oder Doppelklick ausführen, indem man entsprechend auf das Touchpad tippt sowie einen Rechtsklick auslösen, indem man mit zwei Fingern klickt. Praktisch ist auch das Wischen mit beiden Fingern vertikal zum Scrollen beispielsweise auf Webseiten, sowie horizontal zum Beispiel bei Coverflow oder Diashows. Hinzu kommen die beiden typischen Gesten zum Zoomen und Drehen von Objekten. Diese Funktionen werden mit animierten Bildern in den Systemfunktionen vorgestellt, ein entsprechendes Handbuch ist somit nicht notwendig. Mehr Funktionen bietet die Touchfunktion allerdings nicht, doch schon ein Quantensprung, wenn man Multitouch wie bereits erwähnt noch nicht kennt. Sämtliche Funktionen stehen in den meisten Produkten zur Verfügung, nach nur einem Tag kann ich leider noch keine detaillierten Aussagen zu allen Produkten treffen. Beispielsweise ist es mir zwar gelungen, ein Bild in iPhoto zu drehen, jedoch nicht zu zoomen.
Bei Stiftnutzung musste ich mich persönlich sehr umstellen. Das Pad bildet den Bildschirm komplett ab. Das bedeutet, ein Mauszeiger oben links in der Ecke springt nach unten rechts, wenn der Stift aus das Pad unten rechts gesetzt wird. Es wird also nicht der Mauszeiger durch Zeichnen verschoben, sondern je nach Stiftposition auf dem Pad versetzt. Jegliche Einstellungen sind auch hier programierbar, mir war dies mangels Vorgängermodelle nur absolut neu und man muss sich hieran erst einmal gewöhnen. Dies gilt bei mir vor allem auf für den Wippschalter, der einzelne einstellbare Funktionen auslöst, an diesen geriet ich im Tagesbetrieb zu häufig aus Versehen, ist aber sicher auch Gewöhnungssache. An diversen Stellen wird in Rezessionen darauf hingewiesen, dass der Stift nicht anpassbar auf verschiedene Bildschirme ist. Dies ist falsch. In den Einstellungen kann man klar konfigurieren, ob der Stift ein festes Seitenverhältnis besitzt, nur einen bestimmten Bildschirm ansteuert usw. Eine genaue Erläuterung ginge hier zu weit.

Beigelegte Software:
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Neben den Treibern wird im Internet noch das Bamboo-Dock angeboten, eine Sammlung kleiner Mini-Programme, welches beispielsweise kleine Spielchen bietet oder Bilder twittern lässt (sucht bei Twitter nach #Drawtweet). Ab der Fun-Reihe (Fun S und M) wird ausserdem Adobe Photoshop Elements 6 (Mac) bzw. 7 (win) beigelegt sowie ArtRage 2.5. Beides tolle Software, jedoch ausschließlich zum Download (allein 1.3GB für PSE – mac), was für Kunden ohne DSL sicher eine Herausforderung wird.

Auffälligkeiten und Fazit:
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Die Betriebs-LED zeigt trotzdem mit weissem Licht Ihre Betriebsbereitschaft an, auch wenn das Pad über Tastendruck deaktiviert wurde, hier wünschte ich mir eine andere Farbgebung.
Beim Drehen von Objekten in iPhoto wird meist zu weit gedreht, liegt aber sicher an der Trägheit im Programm. Unter Adobe Photoshop SE beispielsweise keine Probleme.

Nach gerade mal einem Tag Nutzung ist man natürlich noch euphorisch und findet alles toll. Wie sich das Pad in der Praxis bewährt, wird sich zeigen müssen. Aktuell für mich 4 Sterne. Weitere Multitouch-Gesten wären toll, die Nutzung in weiteren Programmen könnte noch intuitiver gelingen (wie komme ich in die Vorschau des Dokuments bei Coverflow im Finder, ohne das Dokument durch Antippen direkt in der Applikation zu öffnen usw.).

Gerne stehe ich für Rückfragen zur Verfügung und ergänze den Bericht entsprechend.

Dieser Artikel wurde auch auf ciao.de veröffentlicht

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2 Responses

  1. 1
    Roger 

    Hallo

    Wenn man den Stift benutzt, kann es auch mal sein, wenn man zum Beispiel am zeichnen ist und man mit dem Handballen auf das Touchfeld kommt, dass es plötzlich als Touchgeste wahrnimmt?

    Danke im Voraus
    Lg Roger

  2. Hallo Roger,
    ist mir bisher noch nie passiert. Das Feld ist ja recht klein, sodass ich meinen Handballen nicht auf dem Brett hatte. Aber eine Touchgeste erkennt das Pad ja auch nur an zwei Fingern und nicht an einem “dicken” Finger (in Form des Handballens). Laut Praxisberichten ist immer dann, wenn ein Finger mit der Tablettoberfläche in Kontakt steht die Touch-Eingabe aktiv. Sobald die Stiftspitze die Nähe der Oberfläche erreicht, schaltet Bamboo automatisch von Touch- auf Stift-Eingabe um. Also wie gesagt, bei mir bisher keine Probleme

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